Vollzeitäquivalent: Der umfassende Leitfaden zu einem zentralen Kennwert für Personalplanung, Budgets und Controlling

Das Konzept des Vollzeitäquivalents, oft abgekürzt als FTE (Full-Time Equivalent), spielt in Unternehmen, Institutionen und öffentlichen Verwaltungen eine zentrale Rolle. Es dient als standardisiertes Maß, um unterschiedlich gestaltete Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle miteinander zu vergleichen, Budgets zu planen und Personalressourcen transparent zu steuern. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie das Vollzeitäquivalent funktioniert, wie es berechnet wird, welche Anwendungen es gibt und welche Fallstricke es zu beachten gilt. Von der Theorie bis zur Praxis – dieser Leitfaden liefert Ihnen eine fundierte Orientierung rund um das Vollzeitäquivalent und verwandte Begriffe wie vollzeitäquivalent, Vollzeitäquivalente und FTE.
Was bedeutet das Vollzeitäquivalent?
Das Vollzeitäquivalent, auch als Vollzeitäquivalente oder Vollzeitäquivalenz bekannt, ist ein Maßeinheit, das den Arbeitsaufwand einer Person oder einer Gruppe von Personen in Bezug auf eine standardisierte Vollzeiteinheit ausdrückt. Im einfachsten Fall entspricht ein Vollzeitäquivalent einer Person, die die volle, vertraglich festgelegte Arbeitszeit leistet. Wird derselbe Arbeitsaufwand von zwei Teilzeitkräften erbracht, ergibt sich daraus 0,5 Vollzeitäquivalent pro Person, insgesamt 1,0 Vollzeitäquivalent.
Die Definition des Vollzeitäquivalents variiert je nach Land, Branche und Organisation. In der Praxis dient das Vollzeitäquivalent dazu, unterschiedliche Arbeitszeitmodelle – wie Teilzeit, Jobsharing, Scholarships, Projekte mit beschränkter Laufzeit – auf eine gemeinsame Skala zu bringen. Durch die Standardisierung lassen sich Personalkosten, Personalbedarf, Produktivität und Effizienz vergleichbar machen. Das vollzeitäquivalent-Konzept ermöglicht es zudem, Budgets unabhängig von einer konkreten Personalstruktur zu planen und zu steuern.
Warum das Vollzeitäquivalent wichtig ist
Das Vollzeitäquivalent liefert wichtige Antworten in der Personal- und Finanzplanung. Warum ist dieses Maß so bedeutsam?
- Vergleichbarkeit: Unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und Anstellungsformen lassen sich in einer gemeinsamen Skala ausdrücken. Dadurch wird der Personalbedarf transparent und vergleichbar.
- Budget- und Kostenkontrolle: Die Zuordnung von Gehalts- und Sozialkosten zu einer einheitlichen Einheit erleichtert die Kostenplanung und das Controlling.
- Projekt- und Fördermittelplanung: Viele Förderprogramme koppeln Zuschüsse an die Anzahl der Vollzeitäquivalente, nicht an die Anzahl der Mitarbeitenden. So wird die Förderung direkt an den realen Arbeitsaufwand gebunden.
- Transparenz in der Berichterstattung: Führungskräfte erhalten klare Kennzahlen, anhand derer sich Personalentwicklung, Auslastung und Effizienz bewerten lassen.
Unternehmen, Hochschulen, Non-Profit-Organisationen und öffentliche Verwaltungen nutzen das Vollzeitäquivalent in unterschiedlichen Bereichen – von der Personalbedarfsplanung über das Projektcontrolling bis hin zur Berichterstattung an Aufsichtsorgane und Fördergeber. Ein solides Verständnis dieses Begriffs ist daher eine unverzichtbare Grundlage für eine moderne, datengetriebene Organisationsführung.
Berechnung von Vollzeitäquivalenten: Grundprinzipien und Formeln
Die Berechnung des Vollzeitäquivalents folgt einem einfachen, aber entscheidenden Prinzip: Man teilt die summierten Arbeitsstunden eines Zeitraums durch die standardisierte Jahresarbeitszeit einer Vollzeitkraft in diesem Zeitraum. Die konkrete Zahl hängt von vertraglichen Vereinbarungen, Tarifverträgen, nationalen Regelungen und individuellen Arbeitszeitmodellen ab.
Grundlegende Formel
FTE = Gesamtarbeitsstunden eines Zeitraums / Jahresarbeitsstunden einer Vollzeitstelle
Beispiel: In einem Unternehmen mit einer Vollzeitstelle von 40 Stunden pro Woche und 52 Wochen pro Jahr entspricht die Jahresarbeitszeit 1.040 Stunden. Wenn zwei Teilzeitkräfte jeweils 20 Stunden pro Woche arbeiten, ergibt sich für den Zeitraum ein Gesamtarbeitsvolumen von 40 Stunden pro Woche oder 1.040 Stunden pro Jahr. Das führt zu einem Vollzeitäquivalent von 1,0.
Alternativen und Variationen
Je nach Organisation können Modifikationen der Grundformulierung sinnvoll sein:
- Jahresarbeitszeit statt Wochenarbeitszeit: FTE = Gesamtjahresstunden / Jahresarbeitszeit einer Vollzeitstelle.
- Monats- oder Quartalsbasis: FTE = Gesamtarbeitsstunden im Zeitraum / (Vollzeitstundensatz × Anzahl der Perioden).
- Berücksichtigung von Urlaub, Krankheit und Abwesenheiten: Arbeitszeitkorrekturen, sogenannte Abwesenheiten, werden in der Regel bereits in der Berechnung der Jahresarbeitszeit der Vollzeitstelle berücksichtigt.
Schweiz, Deutschland, Österreich: Unterschiede in der Jahresarbeitszeit
Je Land variieren die üblichen Vollzeitstunden und damit die konkrete Berechnung des Vollzeitäquivalents leicht. In der Schweiz beispielsweise liegen typische Jahresarbeitszeiten bei 1.920 bis 2.080 Stunden, abhängig von Wochenarbeitszeit (z. B. 42 oder 40 Stunden) und Urlaub. In Deutschland orientieren sich viele Unternehmen an einer 35–40-Stunden-Woche, was eine Jahresarbeitszeit von ca. 1.800 bis 2.080 Stunden ergibt. In Österreich liegt die übliche Wochenarbeitszeit zwischen 38,5 und 40 Stunden, entsprechend einer Jahresarbeitszeit von rund 1.860 bis 2.080 Stunden. Diese Unterschiede sollten bei der Umsetzung von FTE-Berechnungen berücksichtigt werden, insbesondere bei länderübergreifenden Projekten oder Förderanträgen.
Vollzeitäquivalent in der Personalplanung: Anwendungsfelder
Das Vollzeitäquivalent fungiert als zentraler Kontroll- und Planungsgröße in vielen Bereichen der Personalwirtschaft. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Anwendungsfelder inklusive praktischer Hinweise.
Personalbedarf und Kapazitätsplanung
Durch die Ermittlung der benötigten Vollzeitäquivalente lässt sich der Personalbestand pro Abteilung, Projekt oder Zeitraum realistisch planen. Dazu werden historische Daten, laufende Projekte und geplante Änderungen wie Neueinstellungen, Abgänge oder temporäre Verstärkungen berücksichtigt. Ein Überschuss an FTE signalisiert Überkapazität, während ein Mangel auf künftige Engpässe hinweist.
Budgetierung und Kostenkontrolle
In vielen Organisationen werden Gehalts- und Sozialleistungskosten direkt in Vollzeitäquivalente übersetzt. Das erleichtert die Zuweisung von Budgets pro Funktionsbereich, pro Projekt oder pro Fördermittelprogramm. Die Transparenz steigt, weil man die Kosten nicht mehr an Personalstammplänen, sondern an der Arbeitsleistung misst.
Projektcontrolling und Fördermittel
Bei Forschungsprojekten, Universitäten oder Non-Profit-Organisationen spielen FTE eine zentrale Rolle in der Mittelvergabe. Fördermittelgeber prüfen oft, wie viele Vollzeitäquivalente dem Projekt zugeordnet sind, um den Aufwand pro Jahr abzubilden. Gleichzeitig ermöglichen FTE-Kennzahlen eine faire Vergleichbarkeit zwischen Projekten unterschiedlicher Größe.
Benchmarking und Leistungskennzahlen
Vollzeitäquivalente dienen als Benchmarking-Grundlage. Indem Unternehmen FTE pro Abteilung, Produktlinie oder Kundensegment vergleichen, lassen sich Produktivität, Auslastung und Effizienz bewerten. Diese Kennzahl ist besonders wertvoll, wenn Sektor- oder Größenunterschiede zu berücksichtigen sind.
Vollzeitäquivalenten-Systeme im organisationsweiten Kontext
Während das Konzept rein mathematisch erscheint, entfaltet sich der Nutzen erst durch eine konsistente, organisationsweite Umsetzung. Folgende Aspekte sind dabei besonders relevant:
Verbindliche Definition der Vollzeitstelle
Es ist wichtig, eine einheitliche Definition der Vollzeitstelle festzulegen – Wochenstunden, Jahresurlaub, Feiertage, Kurzarbeitsphasen. Je klarer die Definition, desto stabiler die FTE-Basiseinheit. Bei internationalen Projekten empfiehlt es sich, die Definition in den Förderanträgen oder Verträgen festzuhalten, um Missverständnisse zu vermeiden.
Zeiterfassung und Datengenauigkeit
Eine zuverlässige Zeiterfassung ist eine Grundvoraussetzung für akkurate FTE-Berechnungen. Moderne Zeiterfassungssysteme unterstützen die automatisierte Ermittlung von Arbeitsstunden, Abwesenheiten und Überstunden. Die Qualität der FTE-Kennzahlen hängt wesentlich von der Genauigkeit dieser Daten ab.
Datenharmonisierung
Bei multiregionalen Organisationen müssen unterschiedlichen Lohn- und Arbeitszeitmodelle harmonisiert werden. Dazu gehört, dass Tarif- und Sozialdaten kompatibel mit der FTE-Definition sind, damit Vergleiche sinnvoll bleiben.
Beispiele aus der Praxis: Reale Berechnungen mit Vollzeitäquivalenten
Anhand typischer Fallbeispiele sehen Sie, wie das Vollzeitäquivalent in der Praxis funktioniert und welche Insights sich daraus ableiten lassen.
Beispiel 1: Zwei Teilzeitkräfte, ein Vollzeitäquivalent
Angenommen, zwei Mitarbeitende arbeiten jeweils 20 Stunden pro Woche. Die Vollzeitstelle beträgt 40 Stunden pro Woche. Die Berechnung lautet: Gesamtstunden pro Woche = 40; Jahre arbeiten wir hier nicht, da es sich um eine wöchentliche Kennzahl handelt. Vollzeitäquivalent = 40 / 40 = 1,0. Das Team entspricht einem Vollzeitäquivalent.
Beispiel 2: Vier Teilzeitkräfte, unterschiedliches Stundenvolumen
Person A: 10 Stunden/Woche, B: 15 Stunden/Woche, C: 20 Stunden/Woche, D: 25 Stunden/Woche. Summe = 70 Stunden/Woche. Vollzeitstunde = 40 Stunden/Woche. FTE = 70 / 40 = 1,75. Das Team ergibt 1,75 Vollzeitäquivalente.
Beispiel 3: Teilzeit- und Projektkräfte über ein Jahr
Drei feste Mitarbeitende arbeiten zusammen 2.400 Stunden pro Jahr. Zusätzlich werden 600 Stunden pro Jahr durch projektgebundene Aushilfen erbracht. Wenn die Vollzeitstelle 1.800 Stunden pro Jahr umfasst, ergibt sich: FTE = (2.400 + 600) / 1.800 = 1,87. Das bedeutet, das Team bräuchte in diesem Zeitraum nahezu zwei Vollzeitäquivalente, um den Arbeitsaufwand abzudecken.
Vollzeitäquivalenten-Strategien in Bildung, Forschung und öffentliche Verwaltung
In Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Behörden hat das Vollzeitäquivalent eine besondere Bedeutung. Es dient der Ressourcenallokation, der Budgetzuweisung sowie der Transparenz in Drittmittelanträgen und Jahresberichten. Folgende Besonderheiten sind typisch:
Forschung und Lehre
FTE-Kennzahlen helfen, Lehre, Forschung und Verwaltung sinnvoll zu verknüpfen. So lässt sich der Aufwand für Professuren, Postdocs, Lehrpersonal und administrative Stellen gegenüberstellen. In Förderanträgen wird häufig die Anzahl der Vollzeitäquivalente als zentrale Größe angegeben, um den Personalaufwand pro Jahr abzubilden.
Öffentliche Verwaltung
In der öffentlichen Verwaltung wird das Vollzeitäquivalent oft genutzt, um Personalbedarf in verschiedenen Fachbereichen abzubilden. Hier spielen auch gesetzliche Vorgaben, Urlaubs- und Krankheitsquoten sowie tarifliche Bestimmungen eine Rolle. Transparente FTE-Kennzahlen unterstützen Reformprojekte und Personalabbau- bzw. -ausbauschritte.
Vollzeitäquivalent vs. andere Konzepte: Teilzeitäquivalent, Anteilskonten und mehr
Im Zusammenspiel mit verwandten Begriffen lohnt es sich, die Unterschiede und Überschneidungen zu kennen.
Vollzeitäquivalenten vs. Teilzeitäquivalent
Wortwörtlich könnte man denken, es gäbe ein „Teilzeitäquivalent“, doch die gängige Praxis verwendet den Begriff Vollzeitäquivalent als Oberbegriff. Die Idee bleibt jedoch dieselbe: Teilzeitmodelle werden in entsprechende Bruchteile eines Vollzeitäquivalents umgerechnet, um eine einheitliche Größe zu schaffen.
FTE, FTE-Anteil und Effizienzkennzahlen
In Berichten tauchen oft Abkürzungen wie FTE-Anteil, FTE-Quote oder FTE-Rate auf. Diese Kennzahlen geben an, wie hoch der Anteil der Vollzeitäquivalente am Gesamtpersonalkontext ist. Sie helfen, die strukturelle Auslastung zu bewerten und Potenziale für Effizienzsteigerungen zu identifizieren.
Bezug zu Gehältern und Sozialleistungen
Das Vollzeitäquivalent wird häufig mit Gehalts- und Sozialkosten verknüpft. In Budgetmodellen werden Personalkosten oft pro FTE gerechnet, was die Vergleichbarkeit zwischen Abteilungen, Standorten oder Projekten erleichtert.
Tools, Vorlagen und technologische Unterstützung
Für eine effektive Nutzung des Vollzeitäquivalents empfiehlt es sich, auf gut strukturierte Daten, Standardformeln und verlässliche Reporting-Tools zu setzen. Hier sind hilfreiche Ansätze:
Excel- oder Spreadsheet-Ansätze
In vielen Organisationen wird das Vollzeitäquivalent in Tabellenkalkulationen berechnet. Typische Schritte:
- Festlegung der Vollzeitstunden pro Zeitraum (z. B. 40 Stunden pro Woche × 52 Wochen = 2.080 Stunden pro Jahr).
- Summe der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden pro Mitarbeitendem bzw. pro Projekt.
- Division der Summe durch die Jahresarbeitszeit der Vollzeitstelle, ggf. Berücksichtigung von Abwesenheiten.
- Zusammenführung in Berichte, Dashboard-Ansichten und Monthly-Reports.
Beispiel-Formel (vereinfachtes Modell):
FTE = SUMME(Arbeitsstunden Jahr) / 2080
Spezialisierte HR- und Controlling-Software
Viele HR-Softwaresysteme bieten integrierte Module zur Erfassung von Arbeitszeiten, Urlaubs- und Krankheitstagen sowie zur automatischen Berechnung von FTE-Kennzahlen. In der Praxis kombinieren Organisationen oft eine zentrale Datenquelle (HR-Informationssystem) mit Finanz- oder Controlling-Tools, um konsistente FTE-Berichte zu erzeugen.
Data-Governance und Qualitätssicherung
Damit das Vollzeitäquivalent zuverlässig bleibt, braucht es Governance: klare Datenverantwortlichkeiten, regelmäßige Validierung der Arbeitszeitdaten, Umgang mit Ausnahmen (z. B. unbezahlter Urlaub, Weiterbildungstage) und Audits, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Herausforderungen, Fallstricke und bewährte Vorgehensweisen
Wie bei vielen Kennzahlen gibt es auch beim Vollzeitäquivalent Stolpersteine. Einige häufige Herausforderungen haben wir hier zusammengefasst – inklusive bewährter Gegenmaßnahmen.
Unklare Vollzeitdefinitionen
Problem: Unterschiedliche Abteilungen verwenden unterschiedliche Definitionen von Vollzeit. Folge: Verwirrung in Berichten und inkonsistente Kennzahlen.
Lösungen: Eine zentrale, verbindliche Definition der Vollzeitstunde(n) pro Zeitraum; klare Dokumentation in Richtlinien und Verträgen; Schulungen für die Teams.
Unvollständige Zeiterfassung
Problem: Nicht erfasste Arbeitsstunden führen zu verzerrten FTE-Zahlen. Krankheit, Überstunden, Home-Office-Tage oder Projektsummen werden nicht ordnungsgemäß berücksichtigt.
Lösungen: Implementierung zuverlässiger Zeiterfassungssysteme, regelmäßige Datenprüfungen, automatisierte Plausibilitätsprüfungen.
Jahres- vs. Monatsmaßstab
Problem: Unterschiedliche Abrechnungszeiträume können zu Inkonsistenzen führen, besonders in Jahresbudgets, die auf Monatsberichten basieren.
Lösungen: Einheitliche Berichtszeiträume definieren, Daten auf Jahresbasis normalisieren, dennoch regelmäßig Monats- und Quartalswerte prüfen.
Hybride Arbeitswelten und neue Modelle
Problem: Flexible Arbeitszeiten, Gig-Worker, Masken von Freelancern und Projekträume erschweren die Zuordnung zu festen FTE-Kategorien.
Lösungen: Transparente Verträge, klare Abrechnungsregeln, Trennung von Dauerstellen und projektbezogenen Ressourcen, Hybrid- oder Zeitkonto-Modelle berücksichtigen.
Vollzeitäquivalent in der Schweiz: Praxisbeispiele und Besonderheiten
In der Schweiz sind die Arbeitszeitstrukturen durch Tarifverträge, Branchenunterschiede und nationale Regelungen geprägt. Die Berechnung des Vollzeitäquivalents folgt einem ähnlichen Grundprinzip, allerdings sollten spezifische nationale Fakten beachtet werden.
Typische Vollzeitstunden in der Schweiz
In vielen Branchen liegt die gesetzliche oder tarifliche Wochenarbeitszeit zwischen 40 und 42 Stunden. Unter Berücksichtigung von Ferien, Feiertagen und Abwesenheiten ergibt sich eine Jahresarbeitszeit typischerweise im Bereich von ca. 1.800 bis 2.080 Stunden. Diese Bandbreite beeinflusst die FTE-Berechnung entsprechend.
Beispielrechnung Schweiz
Angenommen, eine Vollzeitstelle entspricht 1.800 Stunden pro Jahr. Drei Mitarbeitende arbeiten 30, 20 und 15 Stunden pro Woche. Die jährliche Arbeitszeit beträgt dann 30 × 52 + 20 × 52 + 15 × 52 = 2.940 Stunden. Die FTE-Berechnung lautet: FTE = 2.940 / 1.800 ≈ 1,63. Das zeigt, dass über das Jahr hinweg rund eineinhalb Vollzeitäquivalente benötigt werden, um den Arbeitsaufwand abzudecken.
Vollzeitäquivalent in der Europäischen Union: Allgemeine Perspektiven
Auf EU-Ebene dient das Vollzeitäquivalent als wichtiger Indikator für Personalressourcen in Förderprogrammen, Projekten und öffentlichen Ausschreibungen. Die Normen bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen, wobei länderspezifische Abweichungen auftreten. In Förderanträgen oder Berichten wird oft die FTE-Anzahl als zentrale Größe genutzt, um den Arbeitsaufwand pro Jahr abzubilden.
Vollzeitäquivalent: Ein integraler Baustein der modernen Organisationsführung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Vollzeitäquivalent mehr ist als eine bloße Rechenformel. Es ist ein zentrales Instrument der Personalsteuerung, das Transparenz schafft, Entscheidungen erleichtert und die Verbindung zwischen Personal, Budget und Projekten herstellt. Die konsequente Anwendung des Vollzeitäquivalents ermöglicht eine realistische Planung, bessere Allokation von Ressourcen und eine klare Kommunikation mit Stakeholdern – vom Teamleiter bis zum Fördergeber.
Schritte zur Implementierung eines effektiven Vollzeitäquivalent-Systems
Wenn Sie das Vollzeitäquivalent in Ihrer Organisation aufbauen oder verbessern möchten, können die folgenden Schritte hilfreich sein:
- Definieren Sie eine klare Vollzeitstelle pro Zeitraum (Wochen oder Jahr) inklusive Wochenstunden, Urlaubstage und Abwesenheiten.
- Wählen Sie eine belastbare Datenquelle für Arbeitsstunden, Abwesenheiten und Projektzeiten (HR-System, Zeiterfassung, Projektmanagement-Tools).
- Erstellen Sie eine standardisierte Formel zur Berechnung des FTE pro Abteilung, Team oder Projekt.
- Implementieren Sie regelmäßige Berichte (monatlich, quartalsweise, jährlich) inklusive Trendanalysen und Abweichungsanalysen.
- Schaffen Sie Transparenz durch Dashboards, die FTE, Kosten pro FTE, Auslastung und Kapazitätsgrenzen visualisieren.
- Schulen Sie Führungskräfte und Fachbereiche im Umgang mit dem Begriff Vollzeitäquivalent und der Interpretation der Kennzahlen.
Glossar rund um Vollzeitäquivalent
Eine kompakte Begriffserklärung hilft, Missverständnisse zu vermeiden:
- Vollzeitäquivalent (Vollzeitäquivalent, Vollzeitäquivalente): Eine standardisierte Einheit, die den Arbeitsaufwand in Bezug auf eine Vollzeitstelle ausdrückt.
- FTE (Full-Time Equivalent): Die häufige Abkürzung im Englischen, die im Deutschen oft als Lehnwort verwendet wird.
- Teilzeitäquivalent (Teilzeitäquivalent): Die Bruchteileinheit, die benötigt wird, um Teilzeitarbeitsstunden in eine Vollzeitäquivalenz umzuwandeln.
- Jahresarbeitszeit: Die Gesamtstundenzahl, die eine Vollzeitkraft in einem Jahr arbeitet, als Referenzwert für die FTE-Berechnung.
- Kapazitätsplanung: Die Planung, wie viele Vollzeitäquivalente oder deren Bruchteile benötigt werden, um den Arbeitsaufwand abzudecken.
Ausblick: Die Zukunft des Vollzeitäquivalents in einer sich wandelnden Arbeitswelt
Die Arbeitswelt verändert sich rasch: Neue Arbeitsformen, verteilte Teams, Remote- und hybride Modelle sowie zunehmend projektbasierte Arbeiten beeinflussen die Art und Weise, wie FTE definiert und gemessen wird. Um sinnvoll zu bleiben, muss das Konzept des Vollzeitäquivalents flexibel bleiben und sich an neue Realitäten anpassen. Dazu gehören:
- Erweiterte Definitionen, die Remote-Arbeit, flexible Arbeitszeitregelungen und zeitlich befristete Ressourcen berücksichtigen.
- Integration von Freelancern und externen Mitarbeitenden in die FTE-Berechnung, eventuell mit separaten Kennzahlen oder einer Mischform.
- Verwendung von KI-gestützten Analysen, um Muster in der Auslastung zu erkennen, Saisonspitzen zu identifizieren und Kapazität besser zu steuern.
- Standardisierung über Abteilungs- oder Ländergrenzen hinweg, um globale Budgets und Fördermittel effizient zu planen.
Fazit: Der Schlüssel zur transparenten Personal- und Budgetplanung
Das Vollzeitäquivalent ist mehr als eine Rechenregel. Es ist ein leistungsfähiges Instrument, das Organisationen hilft, Arbeitsaufwand realistisch zu quantifizieren, Ressourcen effizient zu nutzen, Budgets präzise zu planen und Berichte verständlich zu machen. Wer das Vollzeitäquivalent konsequent anwendet, gewinnt Klarheit in der Personalplanung, stärkt die Controlling-Qualität und steigert dieEffizienz seiner Organisation – unabhängig davon, ob es sich um eine Schweizer Firma, eine deutsche Behörde oder eine österreichische Bildungsinstitution handelt.